In den Hörsälen und Seminarräumen unserer Universitäten wird eine Frage immer wieder gestellt: Wie können wir junge Menschen so begeistern, dass sie mit Herzblut bei der Sache sind, aktiv mitdenken und über sich hinauswachsen? Eine aktuelle Studie aus dem Minor „Serious Gaming“ an einer Hochschule liefert darauf nun ermutigende Antworten und zeigt, dass das Geheimnis engagierter Studierender in einem feinen Gleichgewicht aus Herausforderung, Spiel und vor allem – Freiheit liegt.
Engagement neu definiert: Ein vielschichtiges Konzept
Ausgangspunkt der Untersuchung war die Erkenntnis, dass trotz vieler Bemühungen in problem- und herausforderungsbasierten Lehransätzen die Motivation der Studierenden oft auf der Strecke bleibt. Doch anstatt aufzugeben, begaben sich die Forschenden auf eine spannende Reise, um das Phänomen „Student Engagement“ neu zu ergründen. Durch eine umfassende Literaturstudie entstand eine wegweisende Definition: Studierenden-Engagement ist ein vielschichtiges Konzept, das das Zusammenspiel verschiedener Faktoren – Verhalten, Motivation, Herausforderungen und Autonomie – umfasst. Es geht also um weit mehr als nur Anwesenheit.
Spielerisch lernen, eigenverantwortlich wachsen
Um diese Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen, wurden gezielte Interventionen im dritten Studienjahr des Minor „Serious Gaming“ (mit 35 Studierenden) getestet. Zwei Hauptansätze standen im Fokus: ein spielerisch gestalteter Business-Modellierungs-Workshop und direkte Feedback-Schleifen. Das Ziel war es, eine Umgebung zu schaffen, die sowohl anregt als auch unterstützt. Und die Ergebnisse waren beeindruckend: Die Studie bestätigte, dass die Verbesserung des Engagements durch Gamification, gezielte Herausforderungen und unmittelbares Feedback tatsächlich möglich ist.
Besonders hervorzuheben ist jedoch ein zentraler Befund: Eine hohe Autonomie der Studierenden führt zu einem signifikant höheren Engagement. Wenn junge Menschen die Freiheit haben, ihre eigenen Wege zu finden, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen, blühen sie auf und investieren sich mit größerer Leidenschaft in ihr Lernen. Dies ist eine wichtige Botschaft für alle Lehrenden und Bildungseinrichtungen: Schaffen wir Räume für Eigenverantwortung, ermöglichen wir individuelles Gestalten, und wir werden eine neue Qualität des Lernens erleben.
Die Studie, die aus einer Senior University Teaching Qualification zum Thema Studierenden-Engagement hervorging, ist ein wertvoller Wegweiser. Sie zeigt uns, dass Student Engagement komplex ist, aber mit den richtigen Werkzeugen und einer klaren Haltung – die auf Vertrauen in die Fähigkeiten der Lernenden setzt – nachhaltig verbessert werden kann. Es ist ein Aufruf, das Potenzial in jedem Einzelnen zu sehen und eine Lernumgebung zu gestalten, in der Spiel, Herausforderung und die kostbare Gabe der Autonomie Hand in Hand gehen.




