In einer Welt, die sich digital rasant weiterentwickelt, fühlen sich viele ältere Menschen oft abgehängt. Doch was, wenn die Lösung nicht in isolierten Kursen liegt, sondern im lebendigen Austausch der Generationen? Genau diesen inspirierenden Weg beschreitet die Fondazione Mondo Digitale mit ihrem preisgekrönten Ansatz des transformativen intergenerativen Lernens. Ihre langjährige Erfahrung zeigt: Wenn junge Köpfe und weise Hände zusammenarbeiten, entsteht weit mehr als nur technologisches Wissen.
Das ISEV-Projekt, das auf dem erfolgreichen Modell von „The Knowledge Volunteers“ aufbaut, hat die Wirksamkeit dieses Ansatzes eindrucksvoll bestätigt. Die Kernidee ist so einfach wie genial: Junge Menschen werden zu digitalen Mentoren für Senioren. In einer schülerzentrierten Umgebung verschmelzen Lernziele und Motivation zu einer wahren Freude. Dieser generationenübergreifende Dialog beflügelt nicht nur den Lernerfolg, sondern verwandelt den oft als trocken empfundenen Lernprozess in eine erfüllende und bereichernde Erfahrung für alle Beteiligten.
Wo Technik auf Menschlichkeit trifft: Das FabLab als Lernort
Ein besonderes Highlight des Projekts war die Einbindung eines FabLabs der Innovation Gym. Hier stellten sich die Teilnehmenden der spannenden Herausforderung, mit moderner Technologie wie 3D-Druckern, Lasercuttern und Stop-Motion-Animationen zu arbeiten. Es ging nicht nur darum, digitale Grundkenntnisse zu vermitteln, sondern Senioren aktiv in die Welt der digitalen Fertigung einzuführen und ihre Kreativität freizusetzen.
Konkret in Italien startete dieser transformative Lernpfad im Februar 2019. Über 40 Schülerinnen und Schüler der IIS Piaget-Diaz Schule in Rom trafen auf ebenso viele über 65-jährige Erwachsene aus den lokalen Vereinen „Il Rosa che Osa“ und „Anteas Roma“. Gemeinsam absolvierten sie 13 Blended-Learning-Einheiten von jeweils zwei Stunden, in denen Theorie und praktische Anwendung Hand in Hand gingen.
Doch die Erfolge des ISEV-Projekts reichten weit über die Verbesserung digitaler Kompetenzen hinaus. Es förderte und stärkte essenzielle persönliche und soziale Fähigkeiten bei allen Beteiligten. Die wohl beeindruckendste Wirkung zeigte sich im Aufbau eines tiefen Gefühls der Gemeinschaft. Respekt, Geduld und die Bereitschaft, einander zu unterstützen, entwickelten sich zu einer natürlichen Haltung innerhalb der Gruppe.
Insbesondere der kulturelle und intergenerative Austausch bot eine solide Grundlage für das Erreichen der digitalen Lernziele. Viele der über 60-jährigen Teilnehmenden stammten aus den Vororten Roms und fanden in den Projektkursen nicht nur einen Zugang zur digitalen Welt, sondern auch einen neuen Ort der Begegnung, des Austauschs und der Zugehörigkeit. Das ISEV-Projekt ist ein strahlendes Beispiel dafür, wie Bildung Brücken bauen, Generationen verbinden und unsere Gesellschaft ein Stück weit wärmer und inklusiver machen kann.




