Jedes Kind, das auf die Welt kommt, bringt ein Universum an Potenzial mit sich – eine Neugier, die Grenzen sprengt, und eine Lernfähigkeit, die uns immer wieder aufs Neue fasziniert. Doch nicht jedes Kind erhält von Geburt an die gleichen Chancen, dieses Potenzial voll zu entfalten. Genau hier setzt die frühkindliche Bildung und Betreuung (Early Childhood Education and Care, ECEC) an. Sie ist weit mehr als nur eine Aufbewahrungsstätte; sie ist eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft und in das Glück jedes einzelnen Kindes.
In der Europäischen Union ist die Vision klar und unmissverständlich: Jedes Kind hat das Recht auf bezahlbare und qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung und Betreuung. Dies ist fest im Europäischen Pfeiler sozialer Rechte verankert. Es ist eine Verpflichtung, die besagt, dass der Bildungserfolg eines Kindes nicht von seinem sozialen, wirtschaftlichen oder kulturellen Hintergrund abhängen darf. Eine wirklich gerechte Gesellschaft beginnt mit einer gerechten Kindheit.
Ein starkes Fundament für Europas Kinder
Die Europäische Kommission setzt sich aktiv dafür ein, diese Vision in die Realität umzusetzen. Sie unterstützt die Mitgliedstaaten, fördert den Austausch bewährter Praktiken und liefert wertvolle Daten und Analysen. Ein zentrales Instrument dabei ist der Qualitätsrahmen für frühkindliche Bildung und Betreuung, der bereits in vielen Ländern Reformen angestoßen und das Angebot maßgeblich verbessert hat. Ein beeindruckender Erfolg ist die Tatsache, dass das EU-weite Ziel, 95 % der Kinder über vier Jahren in frühkindliche Bildungseinrichtungen zu integrieren, bereits erreicht wurde. Das ist ein deutliches Zeichen für den Fortschritt, den wir gemeinsam machen.
Konkrete Schritte für eine gerechte Zukunft
Die Bemühungen der EU gehen jedoch weit darüber hinaus. Mit der Europäischen Kindergarantie wird sichergestellt, dass jedes Kind in Europa, das von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht ist, Zugang zu grundlegenden Rechten wie Gesundheitsversorgung und Bildung erhält. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die Startbedingungen für unsere Jüngsten zu ebnen.
Zudem hat der Rat der EU im Mai 2019 eine wegweisende Empfehlung für hochwertige ECEC-Systeme verabschiedet, die von den Bildungsministern der Mitgliedstaaten befürwortet wurde. Diese Empfehlung, die auch den oben genannten Qualitätsrahmen enthält, dient den Ländern als Leitfaden, um ihre Systeme zu verbessern, wobei die nationalen Besonderheiten respektiert werden. Die frühkindliche Bildung und Betreuung wurde auch für den Zeitraum 2021-2030 als vorrangiger Bereich für die Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative „Europäischer Bildungsraum“ identifiziert.
Die Europäische Union sendet damit ein klares Signal: Unsere Kinder sind unsere wertvollste Ressource. Indem wir in ihre frühkindliche Bildung investieren, investieren wir nicht nur in ihre persönliche Entwicklung, sondern auch in eine chancengerechtere, stärkere und zukunftsfähigere Gesellschaft für uns alle.




